Jedem von uns kann es treffen:
Der Postbote fährt vor und schmeisst einen grossen weissen Umschlag in den Briefkasten…
Absender eine Anwaltskanzlei aus xxx
Ich nenne hier keine Namen, sonst bekomme ich noch Post von denen…
Drin enthalten entweder eine Rechnung über 1200 Euro ( die Hälfte ist für die Anwälte),
eine Unterlassungserklärung und jede Menge kopierte Screenshots von Eurer Webseite.
Wahrscheinlich habt ihr ein Bild oder evtl. irgendeinen Text ohne gültige Lizenz veröffentlicht.
Die Spider der Kanzlei oder des Auftraggebers, meistens eine Medienagentur oder ein Bilderhandel haben
etwas gefunden und wollen jetzt Eure Kohle.
Der erste Schock ist gross, man soll ja auch richtig Angst bekommen und brav eine vorgefertigte Unterlassungserklärung unterschreiben und die Rechnung
innerhalb kurzer Zeit begleichen, sonst wird mit einem Gerichtsverfahren gedroht.
Heutzutage kann man sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlen, jeder eine Webseite betreibt, kann Opfer werden.
Wer keine Nerven darauf hat und in Ruhe sein Business machen will, dem bleibt eigentlich nur das Ausland oder eineWebseite in Zypern oder sonstwo unter falschem Namen.
Ansonsten macht es einfach keinen Spass, im Internet noch irgendwelche Bilder zu veröffentlichen.
Selbst wenn man Bilder kostenlos nutzen darf, weiss man nie, was kommt.
Deine Bezugsquelle hat evtl. selber keine Rechte an den Bildern oder verlangt einen Link oder Nennung des Fotografen.
Ein kleiner Fehler und schon wird es teuer…
Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann sollte man immer einen Fachanwalt für Internetrecht zu Rate ziehen.
Der schreibt einem die Unterlassungserklärung so um, dass man nicht 30 Jahre irgendeiner Willkür ausgeliefert ist.
Entweder setzt er eine Minderung der Schadenswersatzforderung durch ( Vergleich), oder
hilft dabei, die Forderung abzuweisen.
Selber braucht man gar nicht mit den Kanzleien kommunizieren, die akzeptieren auch begründete
Argumentationen nicht und drehen einem nur das Wort im Mund um.
Wenn also was kommt, Anwalt raussuchen, und machen lassen.
Auch wenn es etwas kostet, man kommt trotzdem nur so vernünftig aus dem Dilemma raus.
Vermeidet nach Möglichkeit jegliche Bilder, es sei denn Ihr selbst habt sie fotografiert!
Grundsätzlich darf man in Deutschland nicht die eigene Meinung schreiben, schon gar nicht, wenn man Namen nennt!
Kostenlose Blogs sind auch nicht sicher, allenfalls kann man aus einem Internetcafè arbeiten.
Ihr werdet also so gut wie nie schlechte Kritiken über jemandem im Netz finden, nur wohlwollendes blablabla, da sonst irgendjemand wieder mit einem Anwalt droht.
Deswegen sind Reviews meistens nur ein anderes Wort für Werbung!
Auf Eurer Fcaebook Fanpage solltet Ihr auich darauf achten, ein Impressum zu haben und nichts zweifelhaftes zu posten.
Mein Fazit: Das Betreiben einer Webseite ist in Deutschland nur für Leute, die das Kleingeld für einen guten Anwalt haben und die extrem sorgfältig beim Gestalten Ihrer Webinhalte vorgehen.
Wer selber schon Probleme mit Abmahnungen hatte, kann gerne kommentieren, aber bitte ohne Namen zu nennen, wir haben schliesslich in Deutschland Zensur….
Dieses hier ist keine Rechtsberatung und nur eine Meinung.